Großgörschen 35

Erstautor Alfred Werner Maurer (03.10.2008)

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Großgörschen 35 war eine Selbsthilfegalerie Berliner Künstler in einer ehemaligen Fabriketage in Berlin-Schöneberg, Großgörschenstraße 35.

Geschichte

Als Galerie Großgörschen 35 vereinten sich 1964 bis 1968 Berliner Realisten und vertraten ein künstlerisches Programm, das von der Kunstbewegung der Dresdner und Berliner Veristen der zwanziger Jahre angeregt worden war. Der Gruppe gehörten die Künstler Ulrich Baehr, Werner Berges, Hans Jürgen Diehl, Wolfgang Petrick, Peter Sorge und Lambert Maria Wintersberger an. Unter dem Gruppennamen Aspekt erweiterte sich der Künstlerkreis um Bettina von Armin, Arwed Gorella, Maina-Miriam Munsky, Jürgen Waller und später hinzukommend um Hermann Albert, Klaus Vogelgesang und den Bildhauer Joachim Schmettau.

Die Künstler setzten der Malerei des Wohlstandsbürgertums und den Pin-up-Klischees von Pop und Fotorealismus realistische Bilder von Folter und Gewalt aus dem Vietnamkrieg und aus südamerikanischen Diktaturen entgegen. Mit Hilfe der Überpointierung, Karikaturzeichnungen, Fotoobjektivität und Montagetechniken suchten sie die Auseinandersetzung mit der scheinbar unpolitischen bürgerlichen Idylle. Mit ihren Themen prangerten sie Terror, Ausbeutung und Korruption an, wiesen auf das Leid der Hilflosen und gescheiterten Existenzen hin oder lenkten den Blick auf Randgruppen in der deutschen Gesellschaft. Die weiteren Künstlergruppen aus Berlin wie die der „Pathetischen Realisten“ um Markus Lüpertz und Georg Baselitz sowie der „Schule der neuen Prächtigkeit“ um Manfred Bluth, Johannes Grützke, Matthias Koeppel und Karlheinz Ziegler ergänzen die damalige Kunstszene in Berlin.


 

Literatur [Bearbeiten]

Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fg%C3%B6rschen_35