2 villa Winterberg  de

Stadtvilla Winterberg in Saarbruecken

Ein Projekt von: Rudolf Olgiati † & Alfred Werner Maurer



 

 
 



 

 



 

Projektbeschreibung

Text in Vorbereitung

Literatur:

Kremerskothen, Josef / Rasch, Horst: Grosse Architekten Menschen, die Baugeschichte machten Rudolf Olgiati 231 ff; ISBN: 3-570-06546-4, Boga, Thomas: Die Architektur von Rudolf Olgiati, 1977, ISBN 3-85676-018-0; Riederer, Ursula: Rudolf Olgiati Bauen mit den Sinnen,Seite 354-357, 2005, ISBN 3-85676-018-0; Olgiati, Rudolf Architekt: Eine Streitschrift, 1994. ISBN 3-9803822-0-6 etc., Maurer, Alfred: Die Villen von Rudolf Olgiati, 2007 0 

Termin der Fertigstellung: 2009


 

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S tadtvilla Winterberg Saarbruecken (DE)                                                                 



Architekten:

Rudolf Olgiati (CH)  &                          Alfred Werner Maurer (DE)































































































































































































































































































Impressum:
Dipl.-Ing. Alfred Maurer
Saarbruecken (DE)
 

Kataster Saarbruecken-St.Arnual . Lage des Baugrundstückes
1 Katasterplan

zur Architektur:
Rudolf Olgiati realisierte eine kubische Architektur, die er von der Bündner Bautradition, klassischer griechischer Architektur und vor allem einer Moderne, die sich an Le Corbusiers Schriften und Bauten orientierte. Olgiatis Werk ist bemerkenswert, seine Bauten sind universell, zeitlos und modern. Sie dokumentieren den Einfluss internationaler Architektur und das Autochthone der Schweizer Architektur. Er war Zeit seines Schaffens ein Vertreter der Neuen Sachlichkeit und einer der ersten, der die Bedeutung und Wirksamkeit historische Architekturprinzipien für die Architektur Mitte der 50-er Jahre entdeckte und sie neben der klassischen Moderne zum Bezugsfeld seiner Handlungen machte.

1 2 4 3 45

1+ 5 Mehrfamilienhaus Casa Radulff Flims (CH) 1971-72; 2 + 3 Haus Palmy Laax (CH)1979-80; 4 Villa-Sarraz Les Issambres (FR) mit A. Maurer 5 Haus Dr. Gericke Futschöls St. Moritz (CH)1978-79

zum Entwurf:
Für die Architekten Rudolf Olgiati und Alfred Maurer ein Ort, ein kubischer Körper, in dem die Bewohner zu Hause sind. Ein weißer Punkt vor dem Winterberg. Ohne Sockel wächst die weisse Hauswand aus dem Sandsteinfels. Um die Mauerwerksschale nicht zu durchschneiden, sind die unterschiedlich großen Fenster, fast ausnahmslos quadratisch. Durch die tiefen Leibungen der Fenster in der Mauerwerksschale, die wuchtigen Säulen auf der Terrasse und den Eingängen dringt Licht und Sonne vielfältig und überall gegenwärtig in das Haus, "Geformtes Licht" ist das immaterielle Gestaltungsmittel das im spiegelglatten, weißen Mamorfußboden reflektiert und gesteigert wird durch die monomische Farbigkeit dieses Hauses. Weiss in ständig wechselnden Leuchtstärken und Schattierungen, Von jedem Raum und Fenster genießt man den Panoramablick auf die Stadt Saarbrücken. Keine Brüstung, keine Fenstersprosse behindert den Blick, Nurglaselemente über Eck, Trichterfenster und Glasvorsprünge sind in die weiße Mauerschale eingebunden, diese Panorama-Ausschnitte der Stadt umgibt den Innenraum und wird für den Bewohner vielfältig erlebbar. Dokumentaion:


1 Ansicht OST mit Terrassen u. Schwimmbad
2 Ansicht West
3 Ansicht Sued - Denkmalstrasse
4 Ansicht Nord-Ost

5 Lageplan mit Terrassen + Schwimmbad
6 Dachgeschoss mit Lichtpyramide + Terrasse Wohnung 1 Ebene 2
7 Erdgeschoss + =0,00 m mit Terrasse + Garten Wohnung 1 Ebene 1
8 Mittelgeschoss -3,00 m mit Terrasse + Garten Wohnung 2
9 Untergeschoss - 6,00 mit Terrasse + Garten + Schwimmbad Wohnung 3

Wohnung 1: Ebene 1 + 2 Wohnfläche ca. 95 m2,
Ebene 1: Kueche m. Abstellraum, Essraum, Wohnen m. Kamin, WC, Duschbad, Schlafzimmer m. Bad, 2 Zimmer, Diele m. Treppe zu Ebene 2, Arbeiten + Bibliothek unter der Glaspyramide, Dachterasse mit Pergola,
Gartenanteil 50 m2 Mitbenutzung Aussenschwimmbad + Garten 150 m2, 1 Garage.
 
 
Wohnung 2: Wohnfläche ca. 80 m2
, Wohnen, Essen, Kueche, Abstellraum, WC, Diele, Schlafzimer m. Bad, 1 Zimmer, 1 Zimmer, Arbeiten + Bibliothek unter Glaspyramide, Dachterrasse, Gartenanteil, 1 Stellplatz
Terrassen m. Pergola 50 m2, Mitbenutzung Aussenschwimmbad + Garten 150 m2

Wohnung 3: Wohnfläche ca. 92,00 m2, Wohnen + Essen, Wintergarten , Kueche, Schlafen m. Bad, Duschbad, 1 Zummer, 1 Zimmer, 1 Arbeitszimmer Terrasse 50 m2, Gartenanteil, Mitbenutzung Aussenschwimmbad + Garten 50 m2, 1 Stellplatz

Gemeinschaft: Treppenhaus, Technik + Abstellraum

Literatur:
Kremerskothen, Josef / Rasch, Horst: Grosse Architekten Menschen, die Baugeschichte machten Rudolf Olgiati 231 ff; ISBN: 3-570-06546-4, Boga, Thomas: Die Architektur von Rudolf Olgiati, 1977, ISBN 3-85676-018-0; Riederer, Ursula: Rudolf Olgiati Bauen mit den Sinnen,Seite 354-357, 2005, ISBN 3-85676-018-0; Olgiati, Rudolf Architekt: Eine Streitschrift, 1994. ISBN 3-9803822-0-6 etc., Maurer, Alfred: Die Villen von Rudolf Olgiati, 2007

 

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Bericht


zum Buch über Rudolf Olgiati Flims (CH)













































































































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Rezension zum Buch von
Riederer, Ursula: Rudolf Olgiati. Bauen mit den Sinnen HTW CHUR Verlag ISBN 3-9522147-0-1
von Alfred Werner Maurer

"Lokalkolorit" war nicht die Sache Rudolf Olgiati's; er orientierte sich mehr an der architektonischen Haltung des Internationalen Stiles und insbesondere an Le Corbusier. Die Fachzeitschrift Baumeister (1979) hat Wohnbauten von Rudolf Olgiati anläßlich der von der ETH veranstalteten Retrospektive mit der Kommentierung vorgestellt, letztere mache bekannt mit einem Mann, (Zitat) " der die Begriffe Tradition und Regionalismus in einem früher unbekannten Licht darstellte" und " weiter kommentiert der Autor Theodor Meyer: dies hat mit (Zitat) "der sehr unerschütterlichen Synthese aus Traditionsbewußtsein und neueren Architekturformen" zu tun. Man hat in diesem Heft die Architektur Rudolf Olgiatis eingebettet zwischen den Bericht zu der von Rolf Keller und anderen errichteten Siedlung "Seldwyla" Zumikon und den Gemeindehäuser der Architekten Obrist und Partner in Filisur und Celerina. Letztere spiegeln gestalterischen Prinzipien Olgiati's wieder und reihen sich zu den Arbeiten von F. Schwarz, G. Hänni, T. Boga, J. Schilling, L. Deplazes u. H.P. Senn u. Valerio Olgiati um nur einige zu nennen.

Dieser Versuch das Werk Olgiati's einzuordnen mißlingt, weil die Architektursprache Rudolf Olgiati's nicht gleichzusetzen ist mit der Bedeutung des im Kommentar verwendeten Begriffes - Tradition- (Überlieferung herkömmlicher Brauch, alte Traditionen pflegen) sondern gerade Gegenteiliges ausdrückt. Rudolf Olgiati bekennt in seiner Streitschrift (1994) dazu: " Mit Heimat ist nicht das gemeint, was man unter Heimatstil versteht, sondern eine Bauerei, die bis ca. 1880 die alltägliche und normale Architektur war." Und weiter: " wenn die Gefühlskultur nur mehr Fälschungen produziert, muß eben der Verstand in Funktion gesetzt werden, d. h. die griechische Überlegung. Und das ist der Fortschritt, den Le Corbusier dem Bauhaus gegenüber gebracht hat." Die "Streitschrift" Rudolf Olgiati's verdeutlicht seine Gedanken: "In der Architektur ist wichtig, was auf die Augen wirkt und nicht das, was man mit den Händen, weich oder hart beurteilt, sondern ob es optisch aufgelöst oder kubisch geschlossen ist. Ein lärmiges Durcheinander kann man auseinandernehmen. Das ist die Arbeit des Architekten. Er muß funktionelle, konstruktive Objekte - Brücken, organische Dinge - wenn sie nicht im besonderen der Orientierung dienen, in optisch zurücktretende Formen, eben konstruktive, bringen." Das "Magazinieren" alter Gegenstände und deren Wiederverwendung in seinen Bauten war für seine Architektursprache nicht entscheidend, wie die nachfolgend zitierten Projekte seines Spätwerkes z.B. (Stadt)Haus in Saarbrücken, Villa an der Côte d'Azur und villenanbau Bücherturm u. gemäldegalerie, wo bewußt von ihm auf die Verwendung von Spolien verzichtet wurde, belegen. Auch die Bauwelt 37, Oktober 1999, verkennt die Sprache von Rudolf Olgiati, wenn der Autor von dessen weißen Apartmenthäusern, spricht "bei denen sich der Plastizismus des späten Le Corbusier mit mediterranen Einflüssen und Elementen des lokalen ländlichen Bauens mischt" und dessen Urheber "zu den Protagonisten einer "zweiten Moderne" im Bündner Land zu zählen ist."

Die Architektur der Bauten Rudolf Olgiati's entwickelte sich am Ort, die seine besonderen Eigenschaften einzigartig interpretiert, z. B. in Saarbrücken Denkmalstrasse, der besondere Zuschnitt des Grundstückes, die eigenartige Topographie und die besondere Lage am Nordhang mit dem Erfordernis, das Licht im Süden in das Haus zu integrieren und zugleich den Panoramablick nach Norden u. Osten auf die Stadtmitte in die Grundrissdisposition einzufügen. Die Nutzung der Aussicht ist von ihm noch bewußter bei der Villa Sarraz auf dem Hügel über dem Mittelmeer ein bestimmendes Merkmal. In Saarbrücken hat man den grandiosen Blick auf die Stadt, an der Côte d'Azur von allen Innen- u. Außenräumen einen atemberaubenden Meerblick. Die Grundrisskonzeption orientiert sich an dem Raum - und Nutzungsprogramm und an dem Eingehen auf den individuellen Lebensstil der Bewohner. Der intensive Dialog führt zu dem spannenden und anspruchsvollen Projektergebnis. An der Côte d'Azur war mit der ersten Projektskizze, die Besonderheit des Ortes, der Topographie und die Funktion prägnant erfasst und die Aussenhaut wandelte sich nur wenig mit den komplexer werdenden Funktionen des Grundrisses z. B. durch die Disposition des Studios, der Dachterrasse und der Schiebetüren etc. Demgegenüber war das erste Projekt in Saarbrücken (Denkmalstrasse) noch nicht vom Ort geprägt, die typische Situation des Stadthauses, das besondere des Ortes noch nicht klar gezeichnet. Um so überraschender dann die Einmaligkeit des zweiten Projektes mit einer dem Ort verwurzelten Terrassenarchitektur mit komplexem Innenleben. Eine raffinierte Dramaturgie (Zitat Rudof Olgiat's) "Das Licht kommt ja wohl von oben, daß heißt, das hellste Licht muß bei einer Punktlichterfassung möglichst vertikal eingeführt werden", charakterisiert dieses Stadthaus. Die einzigartigen Merkmale: das Terrassendach mit unregelmäßiger Lichtpyramide und die Westfassade mit dem "Lichttrichter" und seinen seitlich geführten Öffnungen zu den Räumen hin. Einmaligkeit, Intelligenz und Reife kennzeichnen das Projekt.

Die Skizzen von Rudolf Olgiati's und Alfred Werner Maurer zu dem am Wohnhaus (Winterberg) mit dem angebauten Bücherturm von 5,50 m x 5,50 m x 5,50 m reduzieren den 2-stöckigen Kubus, entsprechend seiner Funktion, auf das Notwendigste. Das Licht gelangt einzig über das Glasdach und die nach Westen zum Garten hin geöffneten Fenster in das Innere des aus einer Galerie bestehenden Quadratbaues. Die Verbindung zum bestehenden Wohnhaus ein rampenähnlicher Treppenschacht.

Diese 3 zitierten Beispiele, die Skizze zu dem Touristik-Zentrum, Talstation, Projekt Flims-Dorf sowie die Einfachheit des Olgiati Museums Flims-Walddorf vor dem Jugendstilpavillon des Park Hotels sind reife Zeugnisse seiner Arbeit und ich hätte mir gewünscht, dass das Buch gerade die bestehende Publikationslücke schließt und das Spätwerk umfassend in den Werkkatalog einbindet. Dies sollten Sie nachholen.

Die Überlegungen Olgiati's endeten nicht mit der Planerstellung, wie z. B. seine Zeilen an den Verfasser zum Wohnhausumbau am Winterberg belegen: " Ich habe mir die Sache noch -mal hin und her überlegt. Wäre vielleicht der Cheminée-Sitzplatz besser an der N-Aussenwand und die Kochwand an der S-Wand? Man könnte vor dieser Kochwand eine spanische Wand aufstellen, um die Sache ein wenig zu trennen. Der Sitzplatz hätte dann einen netten Blick in das zurückgestaffelte S-Zimmer und zum Garten."

Wie intensiv das Detail bestimmt wurde verdeutlichen jene Zeilen von Rudolf Olgiati vom 6. Januar 1989 zur Ostfassade der Villa Sarraz: " Ich finde jetzt die Fassade sehr passabel, nur die Kämpfer (1) des großen Fenster sind zu hoch oben: die Glasbreite (1) sollte nur 25 cm sein. Findest Du nicht auch, dass die Brüstung (2) zu hoch ist. 70 cm würden auch genügen." (Anmerkung: Die Nummerierung bezieht sich auf die Legenden in der Zeichnung die dem Brief beigefügt war.)

Das eigenständige Bildessay fotografiert von Michael Bühler, in verschiedenen Bauten von Rudolf Olgiati im Herbst 2003 aufgenommen, skizziert eine mögliche Symbiose von Architektur und Fotografie. Dies erinnert sofort an die Zusammenarbeit des Architekten Luis Barragán mit dem Fotografen Armando Salas Portugal. Die Fotos von Michael Bühler sind weit entfernt von einem "dokumentarischen" Zugriff auf das architektonische Motiv, der einen Bau als Ganzes zu erfassen sucht. Es wird eine emotionale Wirkung bestimmter Form- und Farbkonstellationen in der Architektur in expliziten Ausschnitthaftigkeit erfasst. Vielleicht eine Atmosphäre, die sich dem Besucher unmittelbar beim Betreten eines Olgiati-Hauses offenbart und die sich in der Erfahrung von Raum und Gegenständen variiert. Demgegenüber hat Salas Portugal alle Hauptwerke des Architekten Portugal fotografiert und seine präzisen, teils höchst abstrakt wirkenden Fotografien, die immer wieder reproduziert worden sind, haben ein besonderes Bild von der Architektur Barragáns geprägt. Diese wurden zu Ikonen und stehen für die Architektur eines der bedeutendesten Architekten des 20. Jahrhunderts. Ich bin mir beim Betrachten der Bilder von Michael Bühler nicht sicher ob die teils suggerierte Verschmelzung von (traditionellem) Interieur mit der Architektur Rudolf Olgiati's hilft die Qualität und Spontanität seiner Architektursprache zu verdeutlichen und damit dazu beiträgt die Leistung von rudolf Olgiati zutreffend einzuordnen.

Nachdem die dritte erweiterte Auflage des bereits 1977 erschienenen Kataloges zur Ausstellung "Die Architektur von Rudolf Olgiati" vom 16. Juni bis 7. Juli 1977 am Hönggerberg der ETH Zürich seit langem vergriffen ist, ist eine wichtige Aufgabe des herausgegebenen Buch auch das Spätwerk des Architekten Rudolf Olgiati zu inventarisieren, einzusehen und zu würdigen. Die Voraussetzungen ab dem bereits veröffentlichten Projekt 113 -Wohnhaus mit Werbeagentur B. Olonetzky Vorprojekt Küsnacht, ZH 1983)- den Werkkatalog zu ergänzen war durch die Übergabe des Nachlasses Rudolf Olgiati an das Achiv gta, Institut für Geschichte und Theorie der Architektur, ETH Zürich m. E. gegeben. Dies bot die große Chance das Spätwerk des Architekten umfangreich zu würdigen.

Leider habe ich dann beim Lesen des herausgegebenen Buches festgestellt, das gerade die Bauten und Projekte Rudolf Olgiati's, die nicht im regionalen Umfeld entworfen und gebaut wurden unvollständig erfasst und dokumentiert wurden. Diese Objekte bestätigen gerade, wie ungeheuer sorgfältig der Meister diese erfunden und wie raffiniert (intelligent) diese geplant sind. Die Planung besteht in der ganz konkreten Auseinandersetzung mit dem Ort und der Topographie. Die meisterhafte Konstruktion ist längs keine regionalistische Applikation , wie dies immer wieder bei der Lichtführung über Trichterfenster behauptet wird. Die Sinnhaftigkeit von Architektur, wie diese Rudolf Olgiati in Anlehnung an die Architekturtheorie in Landschaft, Klima, Botanik begründet, fand stets im internationalen Wind statt. Gerade bei meinen Reisen mit Ihm in den späten Jahren (1986 ff) an die Côte d'Azur etc. und unseren zahlreichen Gesprächen über Architektur (zu dieser Zeit baute ich das Schloss Saarbrücken mit Gottfried Böhm um) wurde mir deutlich das sein Zusammenfügen von Landschaft, Architektur und Interieur auch eine poetische Synthese beinhaltet. Die Pläne von Rudolf Olgiati und dem Autor bestehend aus Grundrissen, Ansichten und Schnitte, 3-D Modellen und Details der komplexen Häuser, welches z. B. gerade an dem leider unvollständig publizierten Objekt Saarbrücken Seite 354 ff, deutlich wird, erlaubt nicht die spannungsreiche, intelligente und raffinierte Raumdisposition zu vermitteln. Gerade diese Synthesen der Architektur Rudolf Olgiati's zu vermitteln bedarf es m. E. der publizistischen Ergänzung aller Pläne der Objekte ( Grundrisse, Schnitte Ansichten etc.) um das architektonische Oeuvre des Architekten umfassend vorzustellen.

Nachfolgende ergänzende u. berichtigende Werkübersicht zur Vervollständigung und zur Vermeidung von Verwechslungen:

PROJEKT 1: Villa Sarraz (Projekt zusammen mit dem Autor Alfred Werner Maurer)
3-geschossiges Haus ohne Studio mit Atriumhof nach Süd-Ost, Innen- u. Aussenschwimmbad

" Masstab 1:100, Datum 31.05.85, Plan Nr. 1, Blatt-Gr. 36x52, Situation
" Masstab 1:100, Datum 31.05.85, Plan Nr. Skizze 1, Blatt-Gr. 46x38, Grundriss UG koloriert
" Masstab 1:100, Datum 31.05.85, Plan Nr. Skizze 2, Blatt-Gr. 35x38, Grundriss EG koloriert
" Masstab 1:100, Datum 31.05.85, Plan Nr. Skizze 3, Blatt-Gr. A4, Grundriss OG koloriert
" Masstab 1:100, Datum 31.05.85, Plan Nr. Skizze 4, Blatt-Gr. A4, Nordfassade Schnitt
" Masstab 1:100, ohne Datum, ohne Plan Nr. , ohne Blatt-Gr., Westansicht
" Masstab 1:100, ohne Datum, ohne Plan Nr. , ohne Blatt-Gr., Westansicht
" Masstab 1:100, ohne Datum, ohne Plan Nr. , ohne Blatt-Gr., Schnitt
" Masstab 1:100, Datum 29.06.88, ohne Plan Nr. , Blatt-Gr. A4, Schnitt mit gew. Terrain

PROJEKT 2: Villa Sarraz (Projekt zusammen mit dem Autor Alfred Werner Maurer)
3-geschossiges Haus mit Studio u. Atriumhof nach Süd-West, Zugang Studio von Süd-Ost, Innen- u. Aussenschwimmbad

" Masstab 1:100, Datum 08.11.85, Plan Nr. Skizze 7, Blatt-Gr. 5ox30, Grundriss OG,EG,UG koloriert
" Masstab 1:100, Datum 19.12.86, Plan Nr. S10, Blatt-Gr. 4ox57, Süden, Westen, Osten, Schnitt
(3) Villa Sarraz (Projekt zusammen mit dem Autor Alfred Werner Maurer) (dieses Projekt ist ausgeführt)
4-geschossiges Haus mit Studio, Zwischengeschoss Grenier u. Dachterrasse, Innen- u. Aussenschwimmbad

" Masstab 1:100, ohne Datum, 3 Pläne DIN A4 Erdgeschoss, Obergeschoss, Westansicht, Ostansicht, Original mit Bleistifteintragungen, Auf der Rückseite Detailskizzen.
" Masstab 1:100, Datum 08.11.85, Plan Nr. Skizze 7, Blatt-Gr. 5ox30, Grundriss OG,EG,UG koloriert
" Masstab 1:100, Datum 19.12.86, Plan Nr. S9, Blatt-Gr. 75x30, Grundriss OG,EG,UG mit später eingefügten Korrekturen mit rotem Farbstift u. Ergänzung des Zwischengeschosses (Grenier) der Treppen und der Dachterrasse)
" Masstab 1:100, Datum 19.12.86, Plan Nr. S10, Blatt-Gr. 40x57,Süden, Westen, Osten, Schnitt
" Masstab 1:100, Datum 19.12.86, Plan Nr. S10, Blatt-Gr. 4ox57, Süden, Westen, Osten, Schnitt mit später eingefügten Rotkorrekturen u. Ergänzungen von Grenier u. Dachterrasse etc.
" Originale Isometrie von Süd-West DIN A 4 Koloriert
" Originale Entwurfsskizzen DIN A 4
" Originale Detailskizzen zur Ausführung DIN A 4
" Masstab 1:50, Datum Okt. 87, Plan Nr. 11, Blatt-Gr. 68/60, Niveau interieur
" Masstab 1:50, Datum Okt. 87, Plan Nr. 12, Blatt-Gr. 68/60, Niveau principal-EG
" (Masstab 1:50, Datum Okt. 87, Plan Nr. 13, Blatt-Gr. 68/60, Niveau principal-OG)
" (Masstab 1:50, Datum Okt. 87, Plan Nr. 14, Blatt-Gr. 70/53, Niveau grenier -DG mit Handskizze)
" (Masstab 1:50, Datum Okt. 87, Plan Nr. 15, Blatt-Gr. 70/60, Coupe A)
" (Masstab 1:50, Datum Okt. 87, Plan Nr. 16, Blatt-Gr. 49/36, Ansicht Est)
" (Masstab 1:50, Datum Okt. 87, Plan Nr. 17, Blatt-Gr. 49/36, Ansicht Quest)
" (Masstab 1:50, Datum Okt. 87, Plan Nr. 16, Blatt-Gr. 49/36, Ansicht Sud)
" Plansatz Ausschnittskopien von Plänen 1:100 vergrössert M 1:50 mit Originaleintragungen in Bleistift zur Beleuchtung u. Möbelierung: Lageplan mit Grundriss EG, UG, , EG, OG, DG, 2 Schnitte
" Bauantrag - Demande de Permis de Construire une maison individuelle mit Unterschrift R.O. und A.W.M.
" Modell M 1:50 Anfang 1988 , Genehmigungspläne M 1:100, Ausführungs- u. Detailpläne M 1:50 -
M 1:1, Ausschreibung u. Vergabe, Bauüberwachung Ausführung von Dipl.-Ing. Alfred Maurer - Baufertigstellung 1990

PROJEKT 4: Villa Sarraz (Projekt zusammen mit dem Autor Alfred Werner Maurer)
Verkleinertes 4-geschossiges Haus mit Studio, Grenier u. Dachterrasse, Innen- u. Aussenschwimmbad - anstelle des Essraumes wird auf der Ostseite ein überdeckter Freisitz eingefügt

" Masstab 1:100, Datum 15.04.88, Plan Nr. 16 , ohne Blatt-Gr. , Grundrisse Premier etage, Grenier, Rez de Chausseé, Sous-Sol
" Masstab 1:100, Datum 12.01.88, Plan Nr 17, Blatt-Gr. , Coupe, Nord-quest, Sud-est, Sud-quest, Nord-Quest
Mitarbeit an den Plänen: Valerio Olgiati im Auftrage seines Vaters ? Diese Vermutung ergibt sich aus dem fehlenden von Rudolf Olgiati meist verwendeten Architektenstempel auf seinen Zeichnungen. Dieser Entwurf wurde nicht weitergeführt. Das Haus wurde nach den zitierten Plänen (3) gebaut.

PROJEKT 5: Villa Sarraz (Projekt zusammen mit dem Autor Alfred Werner Maurer)
Verkleinertes 3-geschossiges Haus mit Studio, Innen- u. Aussenschwimmbad - anstelle des Essraumes wird auf der Ostseite ein überdeckter Freisitz eingefügt, Dachgeschoss mit Dachterrasse ist entfallen.

" Masstab 1:100, Datum 15.04.88, Plan Nr. 16 , ohne Blatt-Gr. , Grundrisse Premier etage, Grenier, Rez de Chausseé, Sous-Sol
" Masstab 1:100, Datum 15.04.88, Plan Nr. 17 , ohne Blatt-Gr. , Coupe, Nord-quest, Sud-est, Sud-quest, Nord-Quest
" Masstab 1:100, Datum 09.06.88, Plan Nr. 18 , Blatt-Gr. 30x45, Lageplan Grundriss OG

Mitarbeit an den Plänen : Valerio Olgiati im Auftrage seines Vaters? Diese Vermutung ergibt sich aus dem fehlenden von Rudolf Olgiati meist verwendeten Architektenstempel auf seinen Zeichnungen. Dieser Entwurf wurde nicht weitergeführt. Das Haus wurde nach den zitierten Plänen (3) gebaut.

PROJEKT 1: Haus in Saarbrücken (Projekt zusammen mit dem Autor Alfred Werner Maurer)D-66119 Saarbrücken Denkmalstrasse ) 3-geschossiges Haus , Garage , Terrassen und Aussenschwimmbad.

" Masstab 1:100, Datum 15.08.88, Plan Nr.1, Blatt-Gr. 75/37, 4 Grundrisse KG, MG,OG, DG

PROJEKT 2: Haus in Saarbrücken (Projekt zusammen mit dem Autor Alfred Werner Maurer)D-66119 Saarbrücken Denkmalstrasse 3-geschossiges Haus mit 3 Wohnungen , Garage , Terrassen und Aussenschwimmbad.

" Masstab 1:100, Datum 15.08.88, Plan Nr.1, Blatt-Gr. 75/37, 4 Grundrisse KG, MG,OG, DG
" ohne Masstab , ohne Datum , ohne Plan Nr, Blatt-Gr. DIN A4, Isometrie
PROJEKT 3 : Haus in Saarbrücken (Projekt zusammen mit dem Autor Alfred Werner Maurer) D-66119 Saarbrücken Denkmalstrasse (dieses Projekt wird ausgeführt)
3-geschossiges Haus mit 3 Wohnungen , Garage , Terrassen und Aussenschwimmbad.

" (Architektenstempel, ohne Datum, ohne Blatt Nr., ohne Blatt-Gr.3 Grundrisse)
" (Architektenstempel, ohne Datum, ohne Blatt Nr., ohne Blatt-Gr.3 Lageplan mit Grundriss EG M 1:200, Grundriss MG M 1:200, Grundriss UG mit Schwimmbad M 1:200, Westansicht M 1:200, Perspektive Schwimmbad)
" (Masstab 1:100, Datum 10.05.88, Plan Nr.S1, Blatt-Gr.37/72, Nordfassade, Südfassade,Ostfassade, Westfassade)
" (Masstab 1:100, Datum 15.08.88, Plan Nr.S2, Blatt-Gr.37/72, KG, MG,EG,OG,DG u. Perspektive koloriert,)
" Originale Detailskizzen DIN A 4 zur Ideenfindung u. Ausführung

" Modell M 1:50 Anfang 1988 , Genehmigungspläne M 1:100, Ausführungs- u. Detailpläne M 1:50 -
M 1:1, Ausschreibung, Vergabe und Ausführung von Dipl.-Ing. Alfred Maurer

PROJEKT: Umbau Wohnhaus (Projekt zusammen mit dem Autor Alfred Werner Maurer)D-66119 Saarbrücken Winterbergstrasse Umbau UG zu Wohnung, Neues Treppenhaus, Umbau EG, Wintergartenanbau etc.

" Masstab 1:50, Datum 11.11.88, ohne Plan Nr., ohne Blatt-Gr., Grundriss UG von Hand koloriert, Schnitt)
" Masstab 1:50, Datum 08.03.89, ohne Plan Nr., ohne Blatt-Gr., Grundriss UG von Hand koloriert,)
" Masstab 1:10, ohne Datum , ohne Plan Nr., Blatt-Gr. A4, Textiler Sichtschutz von Hand koloriert mit Stoffmuster)
" Masstab 1:10, ohne Datum , ohne Plan Nr., Blatt-Gr. A4, Textiler Sichtschutz von Hand koloriert mit Stoffmuster
" Masstab 1:10, ohne Datum , ohne Plan Nr., Blatt-Gr. A4, Textiler Sichtschutz von Hand koloriert

" Genehmigungspläne M 1:100, Ausführungs- u. Detailpläne M 1:50 -
M 1:1, Ausschreibung u. Vergabe von Dipl.-Ing. Alfred Werner Maurer Architekt u. Kunsthistoriker
PROJEKT: Wohnhausanbau Bücherturm u. Gemäldegalerie (Projekt zusammen mit dem Autor Alfred Werner Maurer) D-66119 Saarbrücken Winterbergstrasse ) (wird ausgeführt)

" Masstab 1:100, Datum 23.06.89, Plan Nr.1, Blatt-Gr.A4, Grundriss EG
" Masstab 1:100, Datum 23.06.89, Plan Nr.1, Blatt-Gr.A4, Schnitt
" Modell M 1:50 Anfang 1988 , Genehmigungspläne M 1:100, Ausführungs- u. Detailpläne M 1:50 -
M 1:1 von Dipl.-Ing. Alfred Werner Maurer Architekt u. Kunsthistoriker
PROJEKT: Wintergarten mit Umbau (Projekt zusammen mit dem Autor Alfred Werner Maurer)D 66119- Saarbrücken Winterberg Winterbergstrasse

" Masstab 1:20, Datum 25.11.87, Plan Nr. 1, Blatt-Gr. 39/30, Grundriss EG
" Masstab 1:20, Datum 27.11.87, Plan Nr. 2, Blatt-Gr. 39/30, Schnitt, Ansicht
" Modell M 1:50 Anfang 1988 , Genehmigungspläne M 1:100, Ausführungs- u. Detailpläne M 1:50 - M 1:1, von Dipl.-Ing. Alfred Werner Maurer

Die Texte im Werkverzeichnis für das Objekt Côte d'Azur lautet zutreffend:
Villa Sarraz, Côte d'Azur, F-83380 Les Issambres, Domaine de Masligour, Bois D'Angelis Bauherrschaft:

mit Dipl.-Ing. Alfred Werner Maurer, Ausführung Dipl.-Ing. Alfred Werner Maurer

Die Texte im Werkverzeichnis für das Objekt Saarbrücken Denkmalstrasse lautet zutreffend:
Wohnhaus Saarbrücken Denkmalstrasse
Bauherrschaft: ...........
Architekten Rudolf Olgiati / Alfred Werner Maurer , Ausführung Alfred Werner Maurer

Zu dem ersten Projekt der Villa Sarraz, dessen in Südfrankreich übliche Namensgebung dem Vorschlag Rudolf Olgiati's entspricht, hatte ich ein Modell im Maßstab 1:50 gefertigt, dessen Foto der Nord-Westseite Rudolf Olgiati bereits vor der Baubeginn in seiner Ausdruckskraft begeisterte und folglich auch in seinem Nachlass aufzufinden sein müßte.

Die Identität der Architektur Olgiati's stand aber sowohl an der Côte d'Azur als auch in Saarbrücken im Widerstreit zun Anonymisierung, wie sie gerne die sog. Vertreter eines Regionalismus mangels eigener Kreativität erzwungen hätten. Der Weg über die Instanzen behördlicher Willkür und Verständnislosigkeit ohne Aufgabe nur einer einzigen Konstruktion manifestiert sich aber auch in diesen Spätwerken. Die Villa Sarraz hat von der spontanen Ideenfindung (Projekt 1-3) an, welche uns sofort begeistert hat, aufgrund behördlicher Forderungen zunächst Planänderungen (Projekt 4-5) erfahren. Als das Einvernehmen auch zu diesen nicht weniger interessanten Entwürfen ebenfalls von den Bauämtern verweigert wurde hat der Autor die Verwirklichung des von ihm und Rudolf Olgiati favoritisierten Projektes (3) ohne Konsens mit den Behörden verwirklicht und 1990 fertiggestellt.

Auch die Projekte in Saarbrücken Denkmalstrasse (3) und Bücherturm Winterberg bedurften aus gleichen Motiven wie vor, eines langen Kampfes mit den zuständigen Planungsämtern und Behörden und wurden mehrfach von diesen abgelehnt bis es dem Autor gelang diese ohne Änderungen der Pläne genehmigt zu erhalten, was erklärt warum so spät die Verwirklichung dieser Bauvorhaben in Angriff genommen werden können.

Das Ergebnis rechtfertigt die Mühen und an der Côte d'Azur konnte ich die ersten "Übernahmen" der Ideen Rudolf Olgiati's vor Ort feststellen. So wurde z. B. der Gedanke von Rudolf Olgiati den atemberaubenden Meerblick von dem Wohnraum aus nicht durch die gesetzlich vorgeschriebenen Terrassenbrüstungen zu verhindern bei der Villa Sarraz durch die Disposition der Treppenstufen, gelöst, dadurch endet die Brüstungshöhe auf der Fußbodenebene der Terrasse und des Wohnraumes. Dieses besondere von uns ausgedachte Detail findet sich nun auch an dem erst später (2004) an der Côte d'Azur gebauten Haus, welches in der Bauwelt Nr. 45 / 04 26. November 2004, 95. Jahrgang, Sebastian Redecke; Eine Villa in Südfrankreich, Architekt Marc Barani Nizza, veröffentlicht wurde.

Literatur:
Alfred Werner Maurer, Architekturikonen Côte d'Azur + Riviera, 2007; Kremerskothen, Josef / Rasch, Horst: Grosse Architekten Menschen, die Baugeschichte machten Rudolf Olgiati 231 ff; ISBN: 3-570-06546-4, Boga, Thomas: Die Architektur von Rudolf Olgiati, 1977, ISBN 3-85676-018-0; Riederer, Ursula: Rudolf Olgiati Bauen mit den Sinnen, 2005, ISBN 3-85676-018-0; Olgiati, Rudolf Architekt: Eine Streitschrift, 1994. ISBN 3-9803822-0-6 etc., Maurer, Alfred Werner: Die Villen von Rudolf Olgiati, 2007.